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  • 24. Jul. 2008

    Wie denken Frauen eigentlich? Ich glaube, diese Frage wird sich uns Männern wohl für die Ewigkeit stellen. Meine neue Mitbewohnerin hat einen so genannten Stromspar-Tick. Aber ich bin ja für Sparen generell offen. Sie machte einen Vorschlag. Ja Frauen haben gelernt den Männern Vorschläge zu machen. So können sie ihre Wünsche besser durchsetzen. Die Erfolgsquote dieser Vorschläge bestätigt dies auch. Ihr Vorschlag war, alle elektrischen Geräte im Haushalt bei Nichtbenutzung von der Stromversorgung zu trennen. Das heißt, dass jetzt die gesamte Hifi-Abteilung hinter diesen Steckdosen mit Schalter hängt und nach jeder Benutzung immer schön ausgeschalten werden muss. Aber ich bin ja tolerant. Der Mensch ist ein Gewöhnungstier. Auch mein Schreibtisch ist nun an solch einer Steckdose angeschlossen. Die Küchengeräte werden nun auch nach jeder Benutzung fleißig ausgestöpselt. Inzwischen habe ich mich an diese Stöpselei und Schlaterei gewöhnt und es stört mich auch nicht mehr. Ja, viele werden jetzt sagen, dass hier Aufwand und Nutzen nicht im Verhältnis steht. Aber man freut sich doch trotz alle dem, wenn es am Jahresende eine Rückzahlung vom Stromanbieter gibt.

    Leider gibt es auch hier wieder einen kleinen Haken. Die Denkweise von Frauen. Ich bin hier fleißig am Stöpseln und Schalten und sie lagert ihr Toastbrot in der Tiefkühltruhe und nimmt sich zum Frühstück jedesmal zwei(!) Scheiben raus und legt das Toastbrot wieder in die Tiefkühltruhe. Aber Stromsparen wollen!

    Der Deckel des Wasserkochers wird bei Benutzung nicht geschlossen. Somit kocht der Wasserkocher lustig weiter, obwohl er sich mit geschlossenen Deckel schon längst abgeschlalten hätte. Aber Stromsparen wollen!

    Aber auch ich als Mann habe gelernt. Ich habe ihr erklärt, dass dies unnötig viel Strom verbraucht und jetzt wird das Toastbrot nicht in der Tiefkühltruhe gelagert und der Deckel des Wasserkochers geschlossen…

    Bildquelle: Simbär
    6. Jul. 2008

    Also jetzt ist es an der Zeit mal ein großes Lob an meine ehemalige Mitbewohnerin Sonja auszusprechen!

    Sonjas Orientierungssinn entspricht so ungefähr dem Intelligenzquotienten eines Knäckebrotes. Ich errinnere nur an die Erkundsfahrten mit der U-Bahn durch Hamburg…

    Aber am EM-Final-Wochenende in Wien hat mich Sonja eines Besseren belehrt. Mein Kumpel André und drei weitere Freunde und ich sind gemeinsam auf einen Kurztrip nach Wien um unsere deutsche Nationalelf im Finale zu unterstützen. Auf das Spiel selbst möchte ich jetzt wirklich nicht eingehen. Nach dem Spiel sind die drei Freunde zum Zelt auf dem Zeltplatz gefahren, da sie die Nacht zuvor sehr wenig geschlafen hatten und somit total übermüdet waren…

    André und ich haben die Gelegenheit Wien zu erleben beim Schopf gepackt und sind gut alkoholisiert durch Wien gezogen. Immerhin hatten wir ja schon am Vormittag um 10 Uhr mit dem Biertrinken begonnen.  Sonja, die zufälligerweise mit ihren Freunden aus Hamburg auch nach Wien gefahren ist, rief mich an und wollte sich mit uns treffen. Ich konnte ihr nur sagen, dass wir am Museumstheater sind und sie entschloß sich spontan zu uns zu kommen. Ich machte mir nun ernsthafte Sorgen. Sonja wollte tatsächlich in einer fremden Stadt mit öffentlich Verkehrsmitteln zu uns kommen. Naja, da ich auch schon bestimmt 1.5 Promille im Turm hatt, breitete sich in mir eine gewisse Gelassenheit aus. Tatsächlich schaffte es Sonja zum verabredeten Treffpunkt zu kommen. Ich freute mich sehr über ihr Erscheinen und war sprachlos.

    Da schaffte es doch tatsächlich eine Frau mit einem Orientierungssinn einer Kaffebohne den Weg zu uns in einer fremden Stadt zu finden. Wie ist so was möglich?

    Aber nun kommt der Gipfel. Nachdem wir drei uns erfolgreich bemüht hatten den Promillewert in unserem Blut leicht nach oben zu korrigieren, bot uns Sonja an, mit bei ihren Freunden im HOTEL Fürstenhof zu übernachten. André und ich standen nun vor der Entscheidung uns zu fünft in einem Drei-Mann-Zelt aneinander zu kuscheln oder ins Hotel Fürstenhof zu zweit in einem Bett auszunüchtern. Die Entscheidung fiel uns beiden nicht schwer. Auf zum Hotel! Ich erinnere mich noch daran wie ich mich fragte, wie wir nun dahin kommen sollten. Ich hatte keine Ahnung, André erst recht nicht – Sonja musste den Kahn steuern… Ich war inzwischen so fertig mit der Welt, dass ich die Fahrten mit der U-Bahn nur mit geschlossenen Augen wahrnehmen konnte. Sonja navigierte. Ja, sie navigierte! Und nach zwei mal umsteigen und gefühlten 15 Minuten Fahrt sah ich ganz verschwommen den Schriftzug “Fürstenhof”! Wir hatten es geschafft, nein, Sonja schaffte es! Also nochmal ein großes Lob, Sonja!