Also jetzt ist es an der Zeit mal ein großes Lob an meine ehemalige Mitbewohnerin Sonja auszusprechen!
Sonjas Orientierungssinn entspricht so ungefähr dem Intelligenzquotienten eines Knäckebrotes. Ich errinnere nur an die Erkundsfahrten mit der U-Bahn durch Hamburg…
Aber am EM-Final-Wochenende in Wien hat mich Sonja eines Besseren belehrt. Mein Kumpel André und drei weitere Freunde und ich sind gemeinsam auf einen Kurztrip nach Wien um unsere deutsche Nationalelf im Finale zu unterstützen. Auf das Spiel selbst möchte ich jetzt wirklich nicht eingehen. Nach dem Spiel sind die drei Freunde zum Zelt auf dem Zeltplatz gefahren, da sie die Nacht zuvor sehr wenig geschlafen hatten und somit total übermüdet waren…
André und ich haben die Gelegenheit Wien zu erleben beim Schopf gepackt und sind gut alkoholisiert durch Wien gezogen. Immerhin hatten wir ja schon am Vormittag um 10 Uhr mit dem Biertrinken begonnen. Sonja, die zufälligerweise mit ihren Freunden aus Hamburg auch nach Wien gefahren ist, rief mich an und wollte sich mit uns treffen. Ich konnte ihr nur sagen, dass wir am Museumstheater sind und sie entschloß sich spontan zu uns zu kommen. Ich machte mir nun ernsthafte Sorgen. Sonja wollte tatsächlich in einer fremden Stadt mit öffentlich Verkehrsmitteln zu uns kommen. Naja, da ich auch schon bestimmt 1.5 Promille im Turm hatt, breitete sich in mir eine gewisse Gelassenheit aus. Tatsächlich schaffte es Sonja zum verabredeten Treffpunkt zu kommen. Ich freute mich sehr über ihr Erscheinen und war sprachlos.
Da schaffte es doch tatsächlich eine Frau mit einem Orientierungssinn einer Kaffebohne den Weg zu uns in einer fremden Stadt zu finden. Wie ist so was möglich?
Aber nun kommt der Gipfel. Nachdem wir drei uns erfolgreich bemüht hatten den Promillewert in unserem Blut leicht nach oben zu korrigieren, bot uns Sonja an, mit bei ihren Freunden im HOTEL Fürstenhof zu übernachten. André und ich standen nun vor der Entscheidung uns zu fünft in einem Drei-Mann-Zelt aneinander zu kuscheln oder ins Hotel Fürstenhof zu zweit in einem Bett auszunüchtern. Die Entscheidung fiel uns beiden nicht schwer. Auf zum Hotel! Ich erinnere mich noch daran wie ich mich fragte, wie wir nun dahin kommen sollten. Ich hatte keine Ahnung, André erst recht nicht – Sonja musste den Kahn steuern… Ich war inzwischen so fertig mit der Welt, dass ich die Fahrten mit der U-Bahn nur mit geschlossenen Augen wahrnehmen konnte. Sonja navigierte. Ja, sie navigierte! Und nach zwei mal umsteigen und gefühlten 15 Minuten Fahrt sah ich ganz verschwommen den Schriftzug “Fürstenhof”! Wir hatten es geschafft, nein, Sonja schaffte es! Also nochmal ein großes Lob, Sonja!